
Prüfungen während der Lotsenausbildung: Vom BASIC bis zur PAP
Servus,
ich bin Max, aktuell im On-the-Job Training am Berliner Tower – d.h. schon aus der Akademie raus – und ich wollte heute etwas über meine Erfahrungen mit den Prüfungen in Langen erzählen.
BASIC
Grundsätzlich gibt es theoretische und praktische Arten von Tests. Im BASIC-Teil eurer Ausbildung, in dem es um das Grundlagenwissen geht, lernt man alles aus den Bereichen Luftrecht, Luftfahrt-Englisch, Meteorologie, Flugzeugkunde, etc. die benötigt werden, um Flugzeuge später sicher von A nach B zu lotsen. Ich würde mal behaupten, dass ich zum Zeitpunkt der Bewerbung schon sehr an der Luftfahrt interessiert war und ein gutes Grundwissen hatte. Trotzdem lernt man in dieser Zeit viel Neues dazu – und zwar so, dass grundsätzlich nichts vorausgesetzt wird. Für mich waren die Theorieprüfungen und die mündliche Englisch-Prüfung eine Fleißarbeit und daher wirklich gut machbar.
Die praktischen Tests sind die, bei denen es für mich sehr spannend wurde. Im BASIC Teil lernt man die Grundlagen vom Lotsen sowohl für den Tower als auch für das Center und muss jeweils eine Prüfung ablegen. Die Towerprüfung war für mich vergleichsweise “einfach” da ich mich vor der DFS schon ein wenig mit dem Lotsen im Tower beschäftigt hatte.
Die Zeit im Center-Simulator dagegen war eine echte Umstellung für mich, da zunächst nicht alles nach Plan lief und ich mit dieser ganz anderen Art des Lotsen erstmal nicht zurechtkam. Das hat mich ziemlich gestresst und auch wenn ich die Prüfung bestanden habe, hatte ich teilweise Probleme mit meiner eigenen Frustration. Am Ende habe ich aber gelernt, dass man das kritische Feedback der Coaches annehmen sollte, um einen optimalen Fortschritt zu erzielen.
RATING A
Ähnlich ging es bei mir im sog. Rating weiter – der Spezialisierung auf den Tower. Die Theorie, jetzt nur noch spezifisch für den Tower, war mit etwas Eigeninitiative eine Leichtigkeit, die praktischen Prüfungen hatten aber wieder ihre Herausforderungen. Abgesehen von den klassischen Prüfungen (ein Durchlauf, eine Bewertung) gibt es hier sogenannte Phase Reports in denen Trainees über mehrere Tage beobachtet werden. Dabei wird beurteilt, ob sie im Schnitt einen angemessenen Fortschritt machen. Teilweise bin ich während der Simulator-Übungen an meine Limits gekommen und habe gemerkt wie herausfordernd die Situation für mich war. Die regelmäßigen 1-on-1 Gespräche mit meinem Kursleiter haben mir aber geholfen, mich neu auszurichten und mich auf meine Schwächen zu konzentrieren und diese auszubessern. Dadurch habe ich es geschafft, meine Lizenz zu erwerben – auch wenn es zunächst einschüchternd war, von mehreren Ausbildern gleichzeitig beobachtet zu werden. Je mehr Prüfungen ich aber erfolgreich absolviert hatte, desto selbstbewusster wurde ich auch in Bezug auf meine Leistung.
RATING B
Im letzten Teil der praktischen Ausbildung in der Akademie, dem TTCT-Pro, kamen jede Woche Lotsen aus verschiedenen Niederlassungen und haben uns zusätzlich zu den Akademie Coaches trainiert. Die unterschiedlichen Perspektiven auf Verkehrssituationen haben mir enorm geholfen, mit der hohen Anzahl von Bewegungen pro Simulator-Übung klarzukommen.
Die Praktische Abschlussprüfung (PAP) ist der Endgegner der Ausbildung und die letzte Hürde vor Beginn des On-the-Job Trainings. Nach intensiver Vorbereitung in den Wochen davor hat man dann im Tower Simulator einen Durchlauf, in dem man zeigt, was man in der Ausbildung alles gelernt hat. In den Tagen davor war ich wirklich sehr nervös und hatte schon ein wenig Prüfungsangst, obwohl das sonst kein Problem für mich ist. Die Unterstützung der Coaches, die zu diesem Zeitpunkt mehr als nur Trainer für einen sind, hat mir aber geholfen, auch diese Nervosität abzulegen. Am Ende habe ich die Abschlussprüfung ebenfalls geschafft und anschließend natürlich auf der Abschlussfeier des Kurses ordentlich gefeiert.
Mein Fazit
Wenn ich etwas aus der Zeit in der Akademie gelernt habe, dann ist es, dass man mit Fleiß und Vertrauen in das Training alle Prüfungen schaffen kann. Immer wenn ich nervös gewartet habe, mit einer Prüfung an der Reihe zu sein, hat es mich beruhigt, daran zu denken, dass das Training genau dafür da ist: einen zu einem fertigen Lotsen zu machen. Die DFS hat einem im Hamburg nicht ohne Grund ihr Vertrauen geschenkt.
Wenn ihr irgendwelche Fragen zu den Prüfungen oder im Allgemeinen habt, könnt ihr mir gerne schreiben 🙂
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